Lampe,Achat,Muster,zeigen die anderen Seiten. ; Hier finden Sie Gedanken über die Zeit und die einseitige und kurzsichtige (weil kurzzeitige) Sichtweise der Menschen auf sich, . . Manufaktur gründen.


zur Startseite Zu den Lampen Galerien Meine Arbeit Gedanken über den Werkstoff Achat Meine grossen und kleinen Ziele Informationen über mich und von mir Hier mp3 FREE downloaden Zu den Links über Glas, Kunst und Achat


Light 2 Art



Die Sichtweise des Menschen auf sich selbst



Die einseitige und kurzsichtige (weil kurzzeitige) Sichtweise der Menschen auf sich, seine Gemeinschaft, ihre Leistungen und ihre Umwelt sind das Hauptproblem. Denn die immer noch durch die eigene Lebenszeit geprägte Sicht, ermöglich es dem Individuum heute immer noch die Natur um ihn herum als etwas Konstantes wahr zu nehmen. Die Menschheit könnte zwar aus der Archäologie, geschichtlicher Überlieferung und etwas Motivation die wirklichen Abläufe erkennen aber das Leben ist ja so kurz.

Ich habe im letzten Schnitzel von den staunenden Touristen-Massen gesprochen die ihr Welt-Kultur-Erbe bestaunen und dazu gefragt: Sieht denn keiner was ich sehe?

Es scheint nicht so zu sein, deshalb möchte ich hier auf das Problem der Sichtweise eingeschränkt durch die eigene, kurze Lebensspanne eingehen. Ich habe auch schon auf der letzten Seite gesagt, dass wohl keiner unserer Vorfahren die heutigen, großen Veränderungen in der Umwelt übersehen könnte. Wir dagegen, mit all unserem Wissen um die Ereignisse in der Vergangenheit, scheinen mir die Natur immer noch als Strategie-Musterkonstant und stabil zu sehen.

Deshalb mal die Frage an Sie: wie baut man Pyramiden?
Naja, aus Steinen sagen Sie und weisen auf den Steinbruch.

Das ist wohl richtig, aber die größte Menge an Baumaterial übersehen Sie dabei völlig. Nämlich das Holz unzähliger Bäume die für Transport und Baugerüste notwendig war.

Wiederum dasselbe Problem könnten wir sehen, wenn wir den Anfang der Metallurgie betrachten (ca 2800 vor Zeitenwende). Dies begann im heutigen Bergland des Nord-Irans. Dort wurde über Jahrhunderte Kupfererz verhüttet. Eine Reporterin, die von den Ausgrabungen dort berichtete, fragte darauf den vortragenden Archäologen (dabei auf die baumlose und strauchlose Umgebung weisend): Aber woher kam das viele Holz?

Das nötige Holz konnte damals nur in der unmittelbaren Umgebung geschlagen werden und das hat das heutige (Jahrtausende spätere) Aussehen dieser Landschaft geprägt. Ich kann mir sogar vorstellen, dass dies die in der Bibel erwähnte Sintflut mit bewirkte.

Ich möchte als weiteres Beispiel eine Landschaft am Persichen Golf erwähnen der es ebenso ging. Es dauerte so lange (Jahrhunderte) bis sich die Vegetation davon soweit erholt hatte, bevor man dort ein zweites mal mit der Verhüttung begann. Die metallurgischen Techniken hatten sich so stark verbessert, dass es sich sogar lohnte die alte Schlacke noch mal auf zu arbeiten.

Und wenn Sie immer noch nicht genug haben komme ich jetzt zu Ihnen auf den größten und schönsten umbauten Platz der Erde. Hier bestaunen Sie gerade Die riesigen Kuppelbauten der prächtigen Moscheen mit ihren kachelverzierten Fassaden. Hier stand einst Alexander der Große. Der selbe Ort, eine andere Zeit und ganz andere Bauten. Hier wurde, wie an vielen Orten in Regionen mit ähnlichen Klima, mit Adobe gebaut. Diese Lehmziegel aus einer Mischung von Lehm und Stroh und meist noch etwas Dung (Feinfasern) wurden Energie sparend luftgetrocknet. Bevor er diesen Platz erreichte durchzog Alexander mit seinen Heer eine weitläufige Oase mit bewässertem Obstanbau, die von einem Bauervolk aufgebaut und betrieben wurde.

Das bereits seit der Steinzeit sowohl von viehzüchtenden Nomaden als auch von seßhaften, Ackerbau betreibenden indogermanischen Skythen bevölkert wurde. Das Gebiet wird zwischen 550 und 520 v. Chr. von den Perserkönigen Kyros II., Kambyses II. und Kyros II., Dareios I. unterworfen. Die Perser teilen die eroberten Gebiete Provinzen einund sie bauten den Ort Marakanda/Samarkand zur Stadt aus und beginnen mit Errichtung von ausgeklügelten Bewässerungssystemen zur Kultivierung von landwirtschaftlichen Anbauflächen.

Als die Araber im Jahre 712 Samarkand erreichten war es bereits ein sehr bedeutender Handelsplatz an der Seidenstraße inmitten einer sich weit ausdehnenden, grünen LandschaftsOase. Bis Timur Leng /Tamerlan/Timur der Lahme (1336-1405), ein asiatischer Alexander und seine MongolenHeere ins Land kamen. In Geschichtsbüchern und Reiseführern finden wir dazu folgendes:

wieder ein Weltreich der Mongolen. Beginnend mit Transoxanien, eroberte Timur-Leng (auch Tamerlan oder Timur der Lahme) zwischen 1371 und 1400 mit seinen Söldnerheeren Choresm, Iran, Südrußland (unter der Goldenen Horde), Panjab und den Irak. 1394 drang er bis Moskau, 1398 bis Delhi vor, und 1402 besiegte er bei Ankara die Osmanen. Von überall her holte er Künstler zur Verschönerung seiner Hauptstadt Samarkand. Bei der Vorbereitung eines Feldzuges gegen China starb der Welteroberer 1405 in Otrar. abteigender Hyperbelast mit x- und y-Achse, und unbeschrifteter Einteilung
Was mir an solchen Texten immer besonders ins Auge fällt sind die einfachen Verben: eroberte, drang vor oder besiegte.

Aber den Höhepunkt liefert das Verb holte. Dieser Euphemismus bedeutet in Realität nämlich Verschleppung von wo auch immer, in die Hauptsatz seines Reiches. Der inzwischen zum Islam übergetretene Führer wünschte die prächtigste Hauptstadt aller Zeiten, mit den schönsten Gebäuden zur Ehre seines neuen Gottes. Nun lässt sich mit Adobe viel machen, nur keine prächtigen Kuppelbauten. Und so mussten die unterjochten Bauern Ziegeleien errichten und mit den verschleppten Kunsthandwerkern vieler Landstriche die Bauten errichten welche die Touristen heute als Kulturleistung bestaunen.

Nun brauchen Ziegelbrennereien viel Holz zum brennen von Ziegeln, und für mehrfach gebrannte Kacheln noch wesentlich mehr. Das, von dem verachteten Bauernvolk angelegte Bewässerungssystem verfiel, und der riesige Obstgarten verschwand, denn man kann ja von Kriegervölkern keine Landarbeit verlangen. Doch mit dem sich verstärkenden Handel über die Seidenstraße ging es noch eine zeitlang gut.

Nun heißt der Platz auf dem wir stehen inzwischen Der Registan, was Sandplatz heißt. Die Stadt liegt immer noch am Fluß Zarafshan aber Wasser ist im Lande knapp. Ein Mr. Jubakov (Angestellter eines privaten Wasserversorges in Usbekistan, gefunden im PDF ) sagt dazu auf einem US-amerikanischen Lehrgang zum Thema Wasser: Sein Ziel sei es Basis-Wissen bei der Projektplanung und den Umgang mit dem knappen Wasser zu erlangen sowie Kontakte an zu knüpfen (training is receiving basic knowledge on project planning, pricing, handling water resources in areas with significant water shortages, and finding contacts for future cooperation).

Und wer noch mehr zu dem Thema Bäume die Zeit und die Veränderungen die sie mit sich bringt wissen möchte, der muß etwas warten um dann den nächsten Schnitzel hier zu suchen. Und bitte überdenken Sie bis dahin einmal ihre Sicht der Dinge relativ zu längeren Zeiträumen. Und keiner sieht was ich sehe?



zurück